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In einer gerechten Welt macht man mit solchen Songs Frauen klar. Aber wer bei der Nummer auf die Tanzfläche steppt um “Booty” abzugreifen, könnte genauso gut aus dem Gesicht bluten -die meisten Damen würden einen großen Bogen machen. Die Nummer ist so zuckersüß, dass man selbst mit Testosteronwerten eines geschlechtsreifen Bisons nicht den Player raushängen lassen kann. Dafür kann Leno Lovecraft aber nichts. Schuld ist unser gehemmter Umgang mit Kunst, die keinen Bock hat, stylish und deep und heterosexuell zu sein. Für so manchen ist es ein Problem, wenn die Musik nicht dem eigenen Image zuspielt, sondern eher klingt, wie der Soundtrack zu einer Sailor Moon Party. Dass das ganze auch noch so aussieht, verdanken wir, neben Leno selbt, an erster Stelle Simon Ward, u.a. dem Schöpfer des Videos von Gravity Rainbow -ein Meilenstein in der Geschichte entfesselter Psychosen. Da haben sich schon zwei Supernasen gefunden, hoffentlich geht da noch was.

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Schon immer bestand die Hauptbeschäftigung von Pubertierenden im geil, nutzlos und peinlich sein. Manche schaffen es allerdings sich aus diesem evolutionärem Zwang zu befreien und sich in irgendetwas Sinnvollem zu üben. Ein paar Jahre später können sie dann einen ordentlichen Skill-Vorsprung verbuchen. Bei Leno Lovecraft ist das Konzept aufgegangen, denn der 19- oder 20-Jährige produziert mittlerweile flotten Tanzspaß, während seine Altersgenossen eher uninspiriert rumstehen, da zuviel Zeit fürs Haare gelen und Internetpornos draufgegangen ist. Dass es sich Leno deswegen herausnimmt seine dürftigen Zeichenkünste in Videoform zu verewigen, ist natürlich ein folgerichtiger Boss-Move. Die resultierende Mischung aus Manga und gemütlichem Acid-Trip ist sympathisch, außer man hat jetzt eine intensive Abneigung gegen warme Farben und fröhlichen Blödsinn, weil man z.B zu diesen merkwürdigen Schwarz-Weiss-Ästheten gehört, die gern Berliner Minimal hören und gesellschaftskritische T-Shirts tragen.