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Ok, Aztekentempel und nackte Frauen…geschenkt, die Aufgabe war Psychedelic/ Prog Rock. Aber Supercomputer und Bergkristalle pushen die Symbolik doch ein wenig zu sehr in Richtung Mindfuck. Auf der anderen Seite bekommen wir ein waschechtes Panflöten-Solo vorgesetzt –Justice meinen es also ernst, das hier soll der ganz epische Kram sein, so wie ungefähr das Cover von Rainbow. Doch lohnt sich das Salutieren? Haben sie das Zeug zu Rockikonen? Gaspard Augé sieht immerhin so aus, als wäre er während einer Motörhead-Tournee gezeugt worden, der andere erinnert mehr an einen jungen Michael Jackson, der beschloß Raucher und Mod zu werden. Aber die Looks sind nicht alles. Lyrisch hat der Song auf jeden Fall die nötige esoterische Tiefe um ordentlich Deutungsspielraum zu schaffen, ist nur die Frage wer sein Gehirn groß für sowas anschmeissen will. Ansonsten wird hier musikalisch nichts kaputt gemacht, aber eine Bewusstseinserweiterung ist es auch nicht gerade -obwohl…hängt vom vorhandenen Bewusstsein ab.

Es wurde hier an anderer Stelle bereits subtil angedeutet, dass Justice mit ihrem aktuellen Output so klingeln, als würden sie sich selbst bzw. ihr Image karikieren. Waren Glam- und Progressivrock noch eher ironische Stilelemente des Debütalbums, sind es diesmal die tonangebenen Eckpfeiler. Nur sind Justice eben keine Rockband; es sind Electro-Nerds. Die episch-theatralische Opulenz und virtuose Komplexität des Prog-Rocks lässt sich nur bedingt in den Kontext von Tanzmusik überführen, ohne schnell überladen und übertrieben zu wirken. Derartige Behauptungen sind bei gerademal zwei offiziellen Auskopplungen aus dem kommenden Langspieler natürlich anmaßend und unfundiert. So wie die meisten Aussagen über Justice im Jahre 2011. Aber Musikkonsumenten sind eben keine promovierten Geschichtsforscher, denen Distanz und Objektivität höchste Güter sind. Die heutige Generation wurde erzogen und gefüttert von der Internet-Hype/Hate-Maschine, wodurch sich Bewunderung, Enttäuschung oder Abneigung schnell potenzieren. Die Häme, der sich Ed Bangers Vorzeige-Act ausgesetzt sieht, weil die Erwartungen an ein weiteres bahnbrechendes Album vorläufig nicht erfüllt wurden, ist zum Teil aber schon krank. Die Vorschusslorbeeren jedoch genauso. Was übrig bleibt, ist ein netter Track mit einem gutem OneShot-Video des tollen So Me, der zu den begnadesten Graphik Designern/Regisseuren gehört, die momentan rumlaufen.