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In einer gerechten Welt macht man mit solchen Songs Frauen klar. Aber wer bei der Nummer auf die Tanzfläche steppt um “Booty” abzugreifen, könnte genauso gut aus dem Gesicht bluten -die meisten Damen würden einen großen Bogen machen. Die Nummer ist so zuckersüß, dass man selbst mit Testosteronwerten eines geschlechtsreifen Bisons nicht den Player raushängen lassen kann. Dafür kann Leno Lovecraft aber nichts. Schuld ist unser gehemmter Umgang mit Kunst, die keinen Bock hat, stylish und deep und heterosexuell zu sein. Für so manchen ist es ein Problem, wenn die Musik nicht dem eigenen Image zuspielt, sondern eher klingt, wie der Soundtrack zu einer Sailor Moon Party. Dass das ganze auch noch so aussieht, verdanken wir, neben Leno selbt, an erster Stelle Simon Ward, u.a. dem Schöpfer des Videos von Gravity Rainbow -ein Meilenstein in der Geschichte entfesselter Psychosen. Da haben sich schon zwei Supernasen gefunden, hoffentlich geht da noch was.

Provokation ist ein langweiliges Thema, da sie meist sehr berechnend eingesetzt wird. Wenige schaffen es Reizthemen subtil zu behandeln und so Gedankenprozesse auszulösen- die meisten hauen einfach drauf und freuen sich dann über sich selbst und ihr rücksichtsloses Agitieren. Gelassene bzw. verrohte Menschen können da nur mit den Schultern zucken. Dementsprechend lahm ist auch dieses Video geworden. Kinderpornographie soll hier der Skandal sein. Verbockt hat das natürlich Gaspar Noé, Regisseur drastischer Strapazen wie Irreversible oder Enter the Void (ich bin kein Fan). Jetzt also ein Video darüber, wie R. Kelly sich seine Nachmittage so vorstellt und wenn es einen nicht krass aufregt, gibt es nicht viel zu gucken, außer nem kleinen Aufmersamkeitsjunkie, deren Mutti wahrscheinlich schon Nacktfotos auf Internetforen stellt, um mehr Buzz klarzumachen. Schon doof, weil SebastiAn und Mayer Hawthorne zwei großartige Künstler sind, die eine ganz andere Art von Aufmerksamkeit für diesen fetten Song verdient hätten.