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In einer gerechten Welt macht man mit solchen Songs Frauen klar. Aber wer bei der Nummer auf die Tanzfläche steppt um “Booty” abzugreifen, könnte genauso gut aus dem Gesicht bluten -die meisten Damen würden einen großen Bogen machen. Die Nummer ist so zuckersüß, dass man selbst mit Testosteronwerten eines geschlechtsreifen Bisons nicht den Player raushängen lassen kann. Dafür kann Leno Lovecraft aber nichts. Schuld ist unser gehemmter Umgang mit Kunst, die keinen Bock hat, stylish und deep und heterosexuell zu sein. Für so manchen ist es ein Problem, wenn die Musik nicht dem eigenen Image zuspielt, sondern eher klingt, wie der Soundtrack zu einer Sailor Moon Party. Dass das ganze auch noch so aussieht, verdanken wir, neben Leno selbt, an erster Stelle Simon Ward, u.a. dem Schöpfer des Videos von Gravity Rainbow -ein Meilenstein in der Geschichte entfesselter Psychosen. Da haben sich schon zwei Supernasen gefunden, hoffentlich geht da noch was.

Da singt doch ein Mann! Oder? Wozu bewegt die Magerprinzessin dann ihre Lippen? Ist die Transgender-Technologie derart fortgeschritten? Wahrscheinlicher ist, dass Madame die Storyline (?) zusammenhalten und den obligatorischen Sexappeal beisteuern soll, was ja wohl nen Scherz ist. Der wahre Induce zeigt sich gar nicht erst. Kann man verstehen. Gigamesh höchstpersönlich hätte sich seinen Auftritt im Debütvideo aber auch mal schön sparen können. Der unterkühlte DJ, der mit seinen 20 besten Freunden die Party rockt, um danach Zuhause ein paar Hits mit Keyboard und Haustier einzuspielen? Man muss Klischees ja nicht verteufeln, aber das hier reitet die Welle echt zu hart; die ersten paar Sekunden denkt man das ist ein Werbespot für Billo-Wodka. Verarschung ist auch die “Band”. Haben sie die Disco Boys dafür gecastet? Damit man nichts falsch versteht, Gigamesh ist einer der derbsten Produzenten im NuDisco, aber das Video liefert Bilder, die der Song fast nicht mehr wegkriegt und als Gesamtkunstwerk lässt sich das so nicht genießen. Egal, trotzdem alles von ihm kaufen, vor allem wenn man DJ ist -sein Zeug brennt alles nieder!

Komponist und Produzent Giorgio Moroder hat seinen Teil getan, wenn es um Disco-Musik geht. Mit drei Oscars, drei Grammys und vier Golden Globes hat er auch seinen Teil getan, wenn es um die Dekoration seines Wandschrankes geht. Und das alles nur mit ein paar unerschwinglichen Synthesizern und ein bisschen Genialität. Trotzdem würden die wenigsten mit ihm tauschen wollen; Giorgio ist mittlerweile 71 Jahre alt. Dann doch lieber wie The Swiss sein. Jung, ohne den Druck des ausufernden Erfolges, aber mit soliden Fähigkeiten in Sachen Disco. Außerdem wäre man zu dritt und das ist mehr als praktisch, da einer immer den Streit schlichten kann. The Swiss sind selbstverständlich Australier und ziemlich nah dran am Sound des eingangs erwähnten Altmeisters. Und das als Live-Band, was schon ein kleiner Mindfuck für sich ist. Ihre neue Single wird von einem Video geschmückt, das eine Mischung aus Installationskunst und CGI-Geflashe vereint. Sich zuzuschreiben haben dieses Werk, die großartigen SuperPeople.