Der Wald ist unser zivilisatorischer Ursprung. Hier begann das Abenteuer “Deutschland”. Mit dem Geruch von Disteln in der Nase, nassem Laub unter den Füßen und Bucheckern zum Frühstück. Mit Wölfen und Eulen und Zwergen und Drachen. Die Wälder haben wir längst verlassen, wir leben nun in Städten wie Berlin oder München, manche von uns sogar in Detmold. Nur selten trauen sich die Menschen wieder zurück, meist weil sie Pilze sammeln oder eine Leiche vergraben. Dabei kann die Rückkehr zu den sprichwörtlichen Wurzeln eine tiefe spirituelle Erfahrung sein, sofern Nacktsein mit kleinen Glöckchen in den Haaren und Bäume umarmend, als spirituell durchgeht -aber wenn nicht das, was sonst? Auch Filmisches lässt sich prima im Wald realisieren, da man nicht von Prolls gestört wird, die betreten und dummdreist in die Kamera grinsen und es keiner Dixie-Klos für die Statisten bedarf. Renaissance Man haben das erkannt, aber die kommen auch aus Finnland, wo es ja fast mehr Wald gibt als Schwedens IKEA an einem Tag vernichten könnte. Ihr neues Video bringt zudem die beiden besten Wörter zusammen, die mit C anfangen: Camouflage und Choreografie, endlich.

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