Leuten, die in Clubs auffällig gut tanzen, wird gerne mal unterstellt, sie wären süchtig nach Aufmerksamkeit oder notgeil oder drauf. Wenn besonders Mutige dann doch einmal überlegene Moves bringen, tun sie dann meist schnell so, als sei das ironisch gemeint. Kein Mensch kommt heute mit einem Moonwalk ungeschoren davon. Das ist seltsam und schade. Wie genau haben wir es eigentlich geschafft die Tanzkultur des Nachtlebens zu zerstören? Warum ist Tanzen im westlichen Kulturkreis so verpönt? Eine Ursache entstand in den 90ern, als sich eine Musik in den Diskotheken durchsetzte, die allgemein als Black bzw. Black Music bekannt ist. Black steht für clubtauglichen RnB und HipHop mit kommerziellem Massenappeal -meist sexuell stark aufgeladen und mit prahlerischer Attitüde. Die damalige Jugend stand noch sehr unter dem kulturellen Einfluss von MTV und befeuert durch entsprechende Musikvideos und ihre eigenen pubertären Übersprungshandlungen, enstanden bizarre Tanzrituale, für die sich bis heute geschämt wird. Dabei zeigt Brenmars neues Video, dass es eine Zeit gab, in der jeder auf dem Dancefloor abstylen durfte, ganz nach eigenem Gusto und ohne dass gleich ans Bumsen gedacht wurde. Und das unterlegt mit clubtauglichem RnB, ach, die Ironie.

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