Uh…das wird hart. Fangen wir mal so an: French/ Disco/ Filter House hat nicht nur ein offensichtliches Defininitions-, sondern auch ein Imageproblem. Obwohl es gut los ging; Armand van Helden, Cassius, Daft Punk– Helden für immer. Das Dilemma entstand, als Ibizas DJs merkten, dass die koksenden Yuppie-Koyoten mit dieser Musik leicht in Schach zu halten waren und die Musik einen ganz neuen Massenappeal hatte. Tanzbar, gefällig und schnell zu produzieren. Beat-Loop, Sample drüber, Filterfahrt und ab dafür. Die Folge war eine Flut an lieblosem Einheitsbrei, der die Szene für Jahre in Verruf bringen sollte, weil keiner mehr ernsthaft Qualität aus dem Genre erwartete. Daft Punk waren dementspechend mit ihrem dritten Album auch musikalisch nicht mehr auf dem Zug unterwegs, sondern wandten sich genauso wie Armand van Helden und Cassius rockigeren Klängen zu, was eine der Grundlagen für den späteren Electro(clash) schuf. Vor ein paar Jahren aber nahm die Jugend, nun mit guter Musiksoftware und Internet bewaffnet, die Spur des French House wieder auf. Sie verzichteten auf den stumpfen Glamour, sondern gingen zurück zu den Wurzeln des Sounds. Es entstanden obskure und zum Teil wunderschöne Songs. Einer der von Anfang an bei dieser Bewegung dabei war, heißt Louis La Roche, ein schüchterner Schotte mit viel Disco im Tank. Über die Zeit wurde er einer der Frontsoldaten, um die verlohrene Ehre des Genres zu retten. Seine Mission brachte ihm viel Respekt und Liebe ein, er wurde Vollblutmusiker. Dann kamen Duck Sauce (Armand van Helden!!) und mit ihnen Barbra Streisand. Der Song ist für sich genommen nicht schlecht, aber durch seine Poularität gab er der neuen French House-Szene zu verstehen, dass es Formeln gibt, die Musik erfolgreich machen. In diesem Fall Feelgood-Geschunkel, das von Kindergeburtstagen bis Bierzelten alles bespielen kann. Unser Freund La Roche fristet als junger Vollblutmusiker nun nicht das sorgloseste Dasein und so probierte er die Formel aus. Alles auf catchy und breitentauglich. Man will mit der ersten richtigen Single natürlich auch einschlagen. Dazu noch ein Video, das in seinem Harmlosfaktor nur noch durch schlafende Babykaninchen getoppt werden könnte. Wird der selbe Fehler wieder begangen? Wird sich French House diesmal nicht auf dämmlichen Sponsor-Beach-Parties wiederfinden, sondern auf Ki.Ka. als Einsteigerhouse für die Kleinen? Ich wusste es wird hart.

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