Seitdem der Mainstream herausgefunden hat, dass Mainstream nicht cool ist, ist Mainstream nun u.a. auch Punk. Punk sein bedeutete aber nie cool zu sein; Punks feiern die Unfähigkeit, das Unvermögen. Sie feiern den Makel, während der Mainstream die Makellosigkeit feiern will. Dieses Paradox scheint unauflösbar, aber wozu gibt es schliesslich Marketingabteilungen? Eben noch eine Nase gezogen und ganz schnell war aus rebellisch authentisch und aus billig lässig gemacht. Der frustrierte Selbst- und Systemhass wurde einfach ausgeblendet. Fertig war die Adaption der Kerninhalte des Punks ins Diesseits des normalisierten Konsumverhaltens. Seidem können sich alle an Sex Pistols-Shirts erfreuen und Buttons und asymetrischen Kopfrasuren und zerrissenen Designerjeans. Alles nicht schlimm und alles nicht ernst gemeint, denn man zitiert ja nur. Man ist ironisch. Und macht sich zum Vollobst. Einen Vorteil hat die Annäherung an Punk-Attitüden aber vor allem für Plattenfirmen. Da Lo-Fi und DIY jetzt ästhetisiert werden, ist Promotion billiger geworden. So billig, dass man für seinen Wunderproduzenten T.E.E.D ein zweites trashig-psychedelisches Video für die selbe Single klarmacht. Ein paar Monate später. Einfach so, nur weil die Nummer re-released wird. Es ist sogar schlechter als das Erste. Aber so ist Punk.

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