Es wurde hier an anderer Stelle bereits subtil angedeutet, dass Justice mit ihrem aktuellen Output so klingeln, als würden sie sich selbst bzw. ihr Image karikieren. Waren Glam- und Progressivrock noch eher ironische Stilelemente des Debütalbums, sind es diesmal die tonangebenen Eckpfeiler. Nur sind Justice eben keine Rockband; es sind Electro-Nerds. Die episch-theatralische Opulenz und virtuose Komplexität des Prog-Rocks lässt sich nur bedingt in den Kontext von Tanzmusik überführen, ohne schnell überladen und übertrieben zu wirken. Derartige Behauptungen sind bei gerademal zwei offiziellen Auskopplungen aus dem kommenden Langspieler natürlich anmaßend und unfundiert. So wie die meisten Aussagen über Justice im Jahre 2011. Aber Musikkonsumenten sind eben keine promovierten Geschichtsforscher, denen Distanz und Objektivität höchste Güter sind. Die heutige Generation wurde erzogen und gefüttert von der Internet-Hype/Hate-Maschine, wodurch sich Bewunderung, Enttäuschung oder Abneigung schnell potenzieren. Die Häme, der sich Ed Bangers Vorzeige-Act ausgesetzt sieht, weil die Erwartungen an ein weiteres bahnbrechendes Album vorläufig nicht erfüllt wurden, ist zum Teil aber schon krank. Die Vorschusslorbeeren jedoch genauso. Was übrig bleibt, ist ein netter Track mit einem gutem OneShot-Video des tollen So Me, der zu den begnadesten Graphik Designern/Regisseuren gehört, die momentan rumlaufen.

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