Avantgarde. Ein beliebter Begriff, um klarzumachen, wie unglaublich kompliziert Kunst und Musik sein kann. Man weiß nicht genau, worum es geht, aber cool ist es schon; Avantgarde nämlich. Natürlich kann sich das nicht jeder auf die Fahne schreiben, nur weil z.B. die Melodien schief sind oder man die Brunftschreie eines Rothirsches unter den Beat legt. Nein, da bedarf es schon versiertem Musikjournalismus, um die Speerspitzen der Klang-Revoluzzer zu erkennen. Und selbst der ist nicht so treffsicher. Man denke nur an den umständlichen Umgang der Presse mit dem Pop-Phänomen Lady Gaga. Eindeutiger ist es mit Matthew Dear. Der Texaner schafft es, einen omnipräsenten Aha-Effekt in seine Releases zu packen. Und das bei vier (!!) Pseudonymen unter denen veröffentlicht wird, plus mehr als 10 Jahre Schaffungsphase. Andere bekommen es hin schon bei der zweiten Platte, wie eine Persiflage ihres ersten Albums zu klingen. Der Track Slowdance ist das Herzstück der bereits letztes Jahr erschienenden Platte Black City. Jetzt gab es dann auch mal ein Video. Dies ist weniger Avantgarde, da eher Standard: Schwarz-Weiß, ein sich räkelndes Model und abstrakte Texturen drüber. Trotzdem gelungen.

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