Homosexualität und House. Eine Kombination, die seit Jahrzehnten läuft wie mit Massageöl eingeschmiert. Natürlich gehen auch andere Konstellationen; Lesben und Jazz, Heten und Westcoast-Rap, Bisexuelle und Goth-Folk. Geht alles. Egal wie. Aber trotzdem: Die Ästhetik des Körperbetonten, der Exzess des Tanzens, die Sehnsucht nach authentischen Gefühlen inmitten der Anonymität des Dancefloors; Themen die sowohl in der House-Musik, als auch in der Schwulenszene stilprägend sind. Neben den unausweichlichen Hercules & Love Affair, ist es vor allem der kanadische Act Azari & Ill, der diese zwei Welten in all ihrer Extravaganz zelebriert. Nachdem ihr erstes offizielles Video, Hungry For The Power, in vielen Ländern zensiert wurde, da es “too sexy” war, ist das neueste Machwerk zur Single Manic ein bisschen frommer, aber nicht langweiliger. Ein hochstylisch fotografiertes Video, dass seinen Unterhaltungswert vor allem aus der Performance der beiden Frontmännern Fritz Helder und Cedric Gasiada zieht. Die tanzen dort so oberschwul bzw. grazil rum, dass man als herkömmlicher Motoriker, den eigenen Bewegungsapparat grundlegend hinterfragen muss.

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